Auswahl robuster Birnensorten für die Streuobstwiese

Aus streuobst-wiki.eu
Version vom 30. April 2026, 15:13 Uhr von Arche Noah (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „== Birnenkrankheiten und ihre Relevanz == Die wichtigsten Krankheiten von Birnen sind: * '''Feuerbrand (''Erwinia amylovora''):''' Hochinfektiös und für Birnen besonders gefährlich. Prioritär bei Sortenwahl. * '''Birnenschorf (''Venturia pirina''):''' Im Streuobstbau ist er nur moderat relevant. * '''Birnengitterrost (''Gymnosporangium fuscum''):''' Befall hängt vom Vorkommen von Zier-Wacholderarten in der Umgebung ab. Krankheit vor allem für junge…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Birnenkrankheiten und ihre Relevanz

Die wichtigsten Krankheiten von Birnen sind:

  • Feuerbrand (Erwinia amylovora): Hochinfektiös und für Birnen besonders gefährlich. Prioritär bei Sortenwahl.
  • Birnenschorf (Venturia pirina): Im Streuobstbau ist er nur moderat relevant.
  • Birnengitterrost (Gymnosporangium fuscum): Befall hängt vom Vorkommen von Zier-Wacholderarten in der Umgebung ab. Krankheit vor allem für junge Bäume relevant, bei Altbäumen wird Gefahr oft überschätzt.
  • Birnenverfall (Pear Decline): Eine chronische Krankheit, die oft unterschätzt wird, Bäume schwächt und zum Absterben bringt.
  • Fruchtmonilia (Monilinia fructigena) und Sonnenbrand: Infolge extremer Witterung zunehmend relevant.

Krankheitsanfälligkeit von Tafelbirnen

Jan Bade (2019)[1] stellt fest, dass die Widerstandsfähigkeit vieler Standardsorten wie Gellerts Butterbirne, Clapps Liebling oder Williams Christ in ihrer gegen Krankheiten deutlich nachlässt. Bei diesen Sorten nehmen u. a. Schorf, Sonnenbrand und Fruchtmonilia zu. Einige andere Sorten, wie beispielsweise Conference oder Gute Luise, zeigen starke Triebschorfanfälligkeit. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Anfälligkeit von Tafelbirnen gegenüber einigen Krankheiten.

Tabelle 1: Birnensortenanfälligkeiten im Vergleich. Quelle: Jan Bade, 2019[1]
Tabelle 1: Birnensortenanfälligkeiten im Vergleich. Quelle: Jan Bade, 2019[1]


Es gibt jedoch auch etliche Birnensorten, die gegen die genannten Krankheiten wenig oder kaum anfällig sind. Jan Bade (2019)[1] empfiehlt in diesem Zusammenhang folgende Sorten:

Tabelle 1: Empfehlenswerte Tafelbirnensorten. Quelle: Jan Bade, 2019[1]
Tabelle 1: Empfehlenswerte Tafelbirnensorten. Quelle: Jan Bade, 2019[1]


FRUCTUS (2021)[2] empfiehlt insbesondere noch zwei neuere Züchtungen mit hoher Toleranz gegen Feuerbrand: Harrow Sweet (Kanada): Feuerbrand- und schorftolerant, aromatische Herbstbirne und Harrow Delight (Kanada): reift vier Wochen früher, ansonsten ähnliche Eigenschaften. Daneben werden von FRUCTUS folgende robuste Birnensorten empfohlen:

  • Bayrische Weinbirne: groß bis sehr groß, saftig und süß-herb mit hohem Zuckergehalt; gute Most- und Dörrbirne.
  • Josephine von Mecheln: mittelgroß; saftig, fein schmelzend; mit angenehmem Gewürz bei relativ wenig Zucker.
  • Madame Verté: mittelgroß, halbschmelzen von feiner, etwas körniger Textur, saftig angenehm süß und aromatisch.
  • Kieffers Sämling: schorffrei, frosthart, mit Quittenaroma, eine ausgezeichnete Dörrbirne
  • Metzer Bratbirne nach Kessler: mittelgroß, festes, knackiges Fleisch von grobkörniger Textur; saftig, süß-säuerlich wenn teigig, ansonsten herb und sehr adstringierend, eine typische Mostbirne.
  • Wahlsche Schnapsbirne: ist sehr aromatisch und enthält kaum Gerbstoffe. Ausschließlich und hervorragend zum Brennen geeignet, übertrifft im Aromagehalt die Williams.
  • Wilde Eierbirne: robust, geringe Standortansprüche, zum Mosten und Dörren gleichermaßen geeignet.

Einzelnachweis

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Bade, J. (2019). Tafelbirnen. Krankheitsanfälligkeit beim Standard-Sortiment und Alternativen. In Pomologen-Verein Jahresheft, 74–79.
  2. FRUCTUS (2021). Sortenliste Feldobstbau – Robuste Birnensorten. Agroscope/Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft.