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	<title>streuobst-wiki.eu - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-24T13:53:32Z</updated>
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		<id>https://streuobst-wiki.eu/index.php?title=Kirschessigfliege&amp;diff=595</id>
		<title>Kirschessigfliege</title>
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		<updated>2025-11-10T09:52:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;91.112.220.130: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Kirschessigfliege (&#039;&#039;Drosophila suzukii&#039;&#039;) ==&lt;br /&gt;
=== Einleitung === &lt;br /&gt;
Die Kirschessigfliege (&#039;&#039;Drosophila suzukii&#039;&#039;) ist ein invasiver Schädling, der ursprünglich aus Südostasien stammt und sich seit den späten 2000er Jahren rasant in Europa und Nordamerika ausgebreitet hat. Im Gegensatz zu anderen Essigfliegenarten legt &#039;&#039;D. suzukii&#039;&#039; ihre Eier nicht in überreifes oder beschädigtes Obst, sondern in gesunde, reifende Früchte. Dies führt zu erheblichem wirtschaftlichem Schaden, insbesondere im Obstbau&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knapp&amp;quot;&amp;gt;Knapp, L. et al. (2020). &#039;&#039;The economic impact of Drosophila suzukii&#039;&#039;. Pest Management Science 76(5): 1640–1647. [https://doi.org/10.1002/ps.6110 https://doi.org/10.1002/ps.6110].&amp;lt;/ref&amp;gt;. In Streuobstwiesen wird die Art zunehmend als problematisch wahrgenommen, da dort ein gezieltes Monitoring und Bekämpfungsmaßnahmen oft nur eingeschränkt möglich sind.&lt;br /&gt;
=== Taxonomie / Systematik ===&lt;br /&gt;
* Reich: Animalia (Tiere)&lt;br /&gt;
* Stamm: Arthropoda (Gliederfüßer)&lt;br /&gt;
* Klasse: Insecta (Insekten)&lt;br /&gt;
* Ordnung: Diptera (Zweiflügler)&lt;br /&gt;
* Familie: Drosophilidae (Taufliegen)&lt;br /&gt;
* Gattung: &#039;&#039;Drosophila&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Art: &#039;&#039;Drosophila suzukii&#039;&#039;&lt;br /&gt;
=== Verbreitung === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Drosophila suzukii&#039;&#039; stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde erstmals um 2008 in Europa (Spanien, Italien) und den USA nachgewiesen. Seitdem hat sie sich nahezu auf dem gesamten europäischen Kontinent etabliert. Auch in Mitteleuropa – einschließlich Deutschland, Österreich und der Schweiz – ist sie inzwischen weit verbreitet. Besonders betroffen sind Regionen mit intensiver Beeren-, Kirsch- und Zwetschkenproduktion, aber auch Streuobstbestände.&lt;br /&gt;
=== Biologie und Lebenszyklus === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Drosophila suzukii&#039;&#039; durchläuft einen vollständigen Entwicklungszyklus: Ei, drei Larvenstadien, Puppe und schließlich das erwachsene Insekt (Imago). Die Weibchen besitzen eine sägeartige Legeröhre, mit der sie ihre Eier in die Haut gesunder, reifender Früchte einbringen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Beers2011&amp;quot;&amp;gt;Beers, E. H. et al. (2011). &#039;&#039;Developing Drosophila suzukii management programs for sweet cherry in the western United States&#039;&#039;. Pest Management Science 67(11): 1386–1392.  [https://doi.org/10.1002/ps.2279 https://doi.org/10.1002/ps.2279].&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort entwickeln sich die Larven, die das Fruchtfleisch zerstören und den Fruchtverfall beschleunigen.&lt;br /&gt;
Die Fliegen sind sehr vermehrungsfreudig: Unter günstigen Bedingungen (etwa 20–25 °C) können sich bis zu 10–15 Generationen pro Jahr entwickeln. Die Überwinterung erfolgt überwiegend in Form befruchteter Weibchen, die sich in geschützten Bereichen wie Laubstreu, Rindenritzen, Waldrändern oder Gebäuden zurückziehen. Während der kalten Jahreszeit reduziert sich ihre Stoffwechselaktivität deutlich. In klimatisch milderen Regionen können auch adulte Tiere längere Kälteperioden überstehen. Mit zunehmenden Tagestemperaturen im Frühjahr werden die Fliegen erneut aktiv und beginnen mit der Eiablage, wodurch frühreifende Wirtspflanzen bereits im späten Frühjahr befallen werden können&amp;lt;ref name=&amp;quot;Tochen&amp;quot;&amp;gt;Tochen, S. et al. (2014). &#039;&#039;Temperature-Related Development and Population Parameters for Drosophila suzukii on Cherry and Blueberry&#039;&#039;. Environmental Entomology 43(2): 501–510. [https://doi.org/10.1603/EN13200 https://doi.org/10.1603/EN13200].&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Befallsmerkmale und Schadbild === &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Drosophila suzukii&#039;&#039; kann eine Vielzahl von Früchten befallen. Dazu zählen Kirschen, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren, Aprikosen (Marillen), Zwetschken, Pflaumen, Holunderbeeren und Tafeltrauben. Auch Exoten wie Feigen und teilweise sogar Tomaten und Kiwi können betroffen sein. Besonders anfällig sind dünnschalige und weichfleischige Früchte.&lt;br /&gt;
Befallene Früchte zeigen kleine Einstichstellen, aus denen häufig Saft austritt. Später treten weiche Stellen, Verfärbungen und Schrumpfungen auf, teils begleitet von Sekundärinfektionen durch Mikroorganismen. Aufgrund der Zero-Tolerance-Richtlinien für lebende Larven im Handel sind solche Früchte meist nicht mehr vermarktungsfähig. Besonders anfällig sind dünnschalige Früchte wie Kirschen, Himbeeren, Brombeeren, aber auch Zwetschken, Holunder und Tafeltrauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung für Streuobstwiesen === &lt;br /&gt;
Streuobstwiesen bieten aufgrund ihres Strukturreichtums und der Vielzahl an Fruchtarten ein ideales Habitat für &#039;&#039;D. suzukii&#039;&#039;. Die Vielzahl möglicher Wirtspflanzen, eine zeitlich gestaffelte Reifung sowie der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel fördern die Etablierung stabiler Populationen. Zwar ist der wirtschaftliche Druck in extensiven Anlagen geringer als im Erwerbsobstbau, doch kann der Befall lokale Erträge und die Qualität deutlich mindern, insbesondere bei weichfleischigen Obstarten wie Kirschen und Zwetschken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monitoring und Befallsprognose === &lt;br /&gt;
Zur Überwachung des Fluggeschehens werden in der Praxis meist Lockstofffallen eingesetzt, oft befüllt mit Apfelessig, Rotwein oder industriell hergestellten Locklösungen. Diese dienen der Früherkennung, erlauben aber nur eine grobe Einschätzung der Populationsdichte. Das Monitoring ist ein zentrales Element zur Entscheidungshilfe im integrierten Pflanzenschutz&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vogt&amp;quot;&amp;gt;Vogt, H. (2020). &#039;&#039;Kirschessigfliege: Ergebnisse aus Monitoring und Forschung&#039;&#039;. Biologie in unserer Zeit 50(1): 50–57. [https://doi.org/10.1002/biuz.202010710 https://doi.org/10.1002/biuz.202010710].&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bekämpfung und Management ===&lt;br /&gt;
==== Vorbeugende Maßnahmen ==== &lt;br /&gt;
Wichtige kulturtechnische Maßnahmen umfassen eine rasche und vollständige Ernte, die Entfernung von Fallobst sowie das regelmäßige Mähen der Unterwuchsvegetation&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krutzler&amp;quot;&amp;gt;Krutzler, M. et al. (2022). Efficacy evaluation of alternative pest control products against Drosophila suzukii in Austrian elderberry orchards. Crop Protection 158: 105898. [https://doi.org/10.1007/s41348-022-00598-4 https://doi.org/10.1007/s41348-022-00598-4].&amp;lt;/ref&amp;gt;. Besonders in Streuobstwiesen mit spätreifenden Sorten ist eine enge Kontrolle entscheidend, um Populationsanstiege zu begrenzen.&lt;br /&gt;
==== Physikalische Maßnahmen ==== &lt;br /&gt;
Der Einsatz von Insektenschutznetzen kann die Eiablage effektiv verhindern, ist jedoch in hochstämmigen Streuobstwiesen meist nicht praktikabel. Kühlhaltung nach der Ernte hemmt die Larvenentwicklung, eignet sich aber eher für den professionellen Vertriebsweg. In Versuchen von Krutzler et al. &amp;lt;ref name=&amp;quot;Krutzler&amp;quot;&amp;gt;Krutzler, M. et al. (2022). Efficacy evaluation of alternative pest control products against Drosophila suzukii in Austrian elderberry orchards. Crop Protection 158: 105898. [https://doi.org/10.1007/s41348-022-00598-4 https://doi.org/10.1007/s41348-022-00598-4].&amp;lt;/ref&amp;gt; zeigten einige physikalische Verfahren – etwa der Einsatz von Kaolin oder partikelbasierte Barrieren – zusätzliche Effekte in Kombination mit anderen Maßnahmen, wenngleich sie im Streuobstbereich aufgrund des Aufwands nur eingeschränkt umsetzbar sind.&lt;br /&gt;
==== Biologische Maßnahmen ==== &lt;br /&gt;
Antagonisten wie parasitoide Wespen oder entomopathogene Pilze werden erforscht, zeigen bislang aber nur eingeschränkte Wirksamkeit im Freiland. Auch pflanzliche Extrakte und Repellentien werden erprobt. Derzeit gibt es keine standardisierte biologische Kontrolle mit ausreichend hoher Effizienz&amp;lt;ref name=&amp;quot;Krutzler&amp;quot;&amp;gt;Krutzler, M. et al. (2022). Efficacy evaluation of alternative pest control products against Drosophila suzukii in Austrian elderberry orchards. Crop Protection 158: 105898. [https://doi.org/10.1007/s41348-022-00598-4 https://doi.org/10.1007/s41348-022-00598-4].&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
==== Chemische Maßnahmen ==== &lt;br /&gt;
In einigen EU-Staaten sind Spinosad, Pyrethrine oder Cyantraniliprol zur Bekämpfung zugelassen. Ihre Anwendung muss streng nach Wartezeiten und Zulassungsvorgaben erfolgen. Im Bio-Anbau sind die Möglichkeiten eingeschränkt, insbesondere wegen Rückstandsproblemen und Wirkungslücken&amp;lt;ref name=&amp;quot;Haviland2012&amp;quot;&amp;gt;Haviland, D. R. &amp;amp; Beers, E. H. (2012). &#039;&#039;Chemical control programs for Drosophila suzukii that comply with international limitations on pesticide residues&#039;&#039;. Journal of Integrated Pest Management 3(2). [https://doi.org/10.1603/IPM11034 https://doi.org/10.1603/IPM11034].&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
==== Integrierte Strategien ==== &lt;br /&gt;
Ein wirksames Management basiert auf einem integrativen Ansatz: Kombination von Monitoring, Hygienemaßnahmen, gegebenenfalls physikalischem Schutz, frühzeitiger Ernte und – wo erlaubt – gezieltem Insektizideinsatz. Das Zusammenspiel dieser Komponenten reduziert den Selektionsdruck auf Einzelmaßnahmen und erhöht die Resilienz des Systems.&lt;br /&gt;
=== Forschung und Entwicklung === &lt;br /&gt;
Aktuelle Forschung untersucht unter anderem das Verhalten der Fliegen unter verschiedenen klimatischen Bedingungen, die Rolle von Wildpflanzen als Reservoir, sowie neue Lockstoffe zur Verbesserung des Monitorings. Weitere Schwerpunkte sind die Entwicklung biologischer Kontrollmethoden, genetische Analysen zur Herkunft und Ausbreitung sowie sozioökonomische Auswirkungen der Bekämpfungsmaßnahmen auf Betriebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelnachweise ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>91.112.220.130</name></author>
	</entry>
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		<id>https://streuobst-wiki.eu/index.php?title=Marssonina&amp;diff=594</id>
		<title>Marssonina</title>
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		<updated>2025-11-10T09:51:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;91.112.220.130: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;===&#039;&#039;Marssonina coronaria&#039;&#039;===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Marssonina coronaria&#039;&#039;, auch bekannt unter ihrer Hauptfruchtform &#039;&#039;Diplocarpon mali&#039;&#039;, ist ein bedeutender Pilzpathogen des Apfels, der in den letzten Jahren verstärkt im ökologischen und extensiven Apfelanbau Mitteleuropas auftritt. Die durch ihn verursachte Blattfallkrankheit, auch als Marssonina-Blattfall bezeichnet, führt zu frühzeitigem Laubverlust und kann erhebliche Auswirkungen auf Ertrag und Fruchtqualität haben. Während der Erreger in Asien schon lange als bedeutender Schadpilz bekannt ist, wurde er in Europa erstmals um 2010 vermehrt beobachtet, besonders in der Schweiz, Österreich und Süddeutschland (1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Taxonomie / Systematik=== &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Marssonina coronaria&#039;&#039; ist die Nebenfruchtform (Anamorphe) eines Schlauchpilzes, dessen Hauptfruchtform als &#039;&#039;Diplocarpon mali&#039;&#039; beschrieben wurde. Die Erstbeschreibung erfolgte durch Miyake im Jahr 1907. Molekulare und morphologische Studien haben zur Charakterisierung des Erregers beigetragen (2).&lt;br /&gt;
Taxonomische Einordnung:&lt;br /&gt;
* Reich: Fungi (Pilze)&lt;br /&gt;
* Abteilung: Ascomycota (Schlauchpilze)&lt;br /&gt;
* Klasse: Leotiomycetes&lt;br /&gt;
* Ordnung: Helotiales&lt;br /&gt;
* Familie: Dermateaceae&lt;br /&gt;
* Gattung: &#039;&#039;Marssonina&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Art: &#039;&#039;Marssonina coronaria&#039;&#039; (anamorph) / &#039;&#039;Diplocarpon mali&#039;&#039; (teleomorph).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verbreitung=== &lt;br /&gt;
Ursprünglich wurde &#039;&#039;Marssonina coronaria&#039;&#039; vor allem in Asien nachgewiesen, insbesondere in China, Indien, Korea und Japan, wo der Pilz als bedeutender Krankheitserreger im Apfelanbau gilt. Seit etwa 2010 wurde der Erreger auch in Europa nachgewiesen, zunächst in der Schweiz, dann auch in Österreich, Südtirol und Süddeutschland. Die Ausbreitung erfolgt primär in ökologischen oder extensiven Anlagen sowie im Streuobstanbau (1)(3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Biologie und Krankheitszyklus=== &lt;br /&gt;
&#039;&#039;Marssonina coronaria&#039;&#039; überwintert im Falllaub, wo Konidien in sogenannten Acervuli gebildet werden. Diese asexuellen Sporen gelten in Europa als wichtigste primäre Infektionsquelle. Die sexuelle Form (Ascosporen in Apothezien) konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Erste Infektionen erfolgen bereits im Mai, häufig nach Regenereignissen. Die Inkubationszeit beträgt etwa 10–20 Tage, danach treten erste Symptome auf. Der Pilz durchläuft mehrere Infektionszyklen im Jahr (3).&lt;br /&gt;
Die Infektion erfolgt bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 20 und 25 °C. Die Ausbreitung geschieht über Spritzwasser. Die Sporulation beginnt ab Mitte April aus überwintertem Laub (3). Studien zeigen, dass Konidien die Hauptinfektionsquelle darstellen, während Ascosporen in Europa keine Rolle spielen (5). Sporenfallen zeigten eine gleichmäßige Verteilung der Konidien in verschiedenen Höhen über Laubdepots (5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Symptome === &lt;br /&gt;
Die ersten Symptome erscheinen ab Juni in Form von kleinen, braun-violetten bis schwarzen Blattflecken auf der Oberseite der Blätter. Diese vergrößern sich zu grauschwarzen nekrotischen Flecken mit schwarzen Fruchtkörpern (Acervuli). Die betroffenen Blätter verfärben sich gelb und fallen vorzeitig ab. Mitunter treten auch olivgrüne bis schwarze Fruchtflecken auf (1).&lt;br /&gt;
Eine sichere Abgrenzung zu anderen Blattfleckenerregern wie Phyllosticta gelingt über mikroskopische Merkmale (1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Bedeutung für Streuobstwiesen &lt;br /&gt;
Streuobstwiesen sind in MitteleuropaÖsterreich ein bedeutender Bestandteil der Kulturlandschaft und Biodiversität (4). Sie zeichnen sich durch eine extensive Bewirtschaftung und hohe Sortenvielfalt aus. Diese Bewirtschaftungsform, fast immeroft ohne regelmäßige Fungizidbehandlungen im Sommer, begünstigt das Auftreten von &#039;&#039;Marssonina coronaria&#039;&#039;. Besonders betroffen sind schorfresistente Sorten, bei denen auf Pflanzenschutzmaßnahmen verzichtet wird. Der daraus resultierende Blattfall kann die Vitalität der Bäume langfristig beeinträchtigen, den Fruchtertrag reduzieren und die Ausbildung von Knospen im Folgejahr stören (1)(3)(4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sortenanfälligkeit=== &lt;br /&gt;
In einer Studie wurden Isolate von &#039;&#039;Marssonina coronaria&#039;&#039; aus verschiedenen Regionen der USA auf ihre Aggressivität und Wirtsspezifität getestet. Dabei zeigten sich signifikante Unterschiede in der Krankheitsintensität, die auf eine unterschiedliche Anfälligkeit der getesteten Apfelsorten hindeuten. Diese Erkenntnisse sind insbesondere für Züchtungsprogramme relevant, die auf krankheitsresistente Sorten abzielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bekämpfung und Management === &lt;br /&gt;
====Biologische Maßnahmen ==== &lt;br /&gt;
Im ökologischen Anbau kommen hauptsächlich Tonerdepräparate wie Myco-Sin und Myco-San zum Einsatz, die eine zufriedenstellende Wirkung zeigen. Ergänzend werden Netzschwefel, Kupferpräparate und Schwefelkalk eingesetzt. Kaliumbicarbonat zeigt eine schwächere Wirkung (3). Für eine verbesserte Wirkung wird auch eine Kombination aus Tonerde- und Schwefelbehandlung empfohlen (1).&lt;br /&gt;
====Kulturelle Vorbeugende Maßnahmen====&lt;br /&gt;
Zentrale Maßnahmen umfassen die Förderung des Blattabbaus nach dem Laubfall, das Entfernen von Falllaub sowie durchlüftungsfördernde Schnittmaßnahmen. Die Vermeidung dichter Baumkronen reduziert die Blattnassdauer und senkt damit das Infektionsrisiko (3).&lt;br /&gt;
====Chemische Maßnahmen==== &lt;br /&gt;
In der integrierten Produktion werden Fungizide wie Trifloxystrobin, Difenoconazol und Captan mit guter Wirkung eingesetzt. Sie zeigen insbesondere in Kombination nach der Blüte eine hohe Wirksamkeit. Im konventionellen Anbau ist der Erreger bislang weniger problematisch, da er durch andere Behandlungen miterfasst wird (1).&lt;br /&gt;
====Integrierte Strategien====&lt;br /&gt;
Ein kombinierter Einsatz von biologischen, kulturellen vorbeugenden und chemischen Maßnahmen verspricht den höchsten Bekämpfungserfolg. Besonders wichtig ist die Behandlung ab Auftreten der ersten Symptome, da bereits das Auslassen einzelner Spritzungen den Befall deutlich erhöhen kann (3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Forschung und Entwicklung=== &lt;br /&gt;
Neuere molekulargenetische Studien zeigen, dass europäische Populationen von &#039;&#039;Marssonina coronaria&#039;&#039; eine geringe genetische Diversität aufweisen, was auf eine vergleichsweise junge Einführung oder Ausbreitung hinweist (5)(6). Gleichzeitig bestehen deutliche genetische Unterschiede zu asiatischen Populationen. Die Entwicklung von SSR-Markern erlaubt dabei eine genauere Analyse der Populationsstruktur und unterstützt künftige Resistenzzüchtungsprogramme (6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelnachweise=== &lt;br /&gt;
1.	Naef, A. et al. (2013): Marssonina-Blattfall, eine neue Apfelkrankheit. Schweizer Zeitschrift für Obst- und Weinbau 16(13): 8–11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2.	Lee, D. H. et al. (2011): Biological characterization of Marssonina coronaria associated with apple blotch disease. Mycobiology 39(3): 200–205.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3.	Naef, A. et al. (2019): Neueste Erkenntnisse zur Blattfallkrankheit. Öko-Obstbau 3: 8–11.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4.	Österreichische UNESCO-Kommission (2010): Streuobstanbau in Österreich – Immaterielles Kulturerbe. Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5.	Oberhänsli, T. et al. (2021): Multiplexed SSR marker analysis of Diplocarpon coronariae reveals clonality within samples from Middle Europe and genetic distance from Asian and North American isolates. CABI Agriculture and Bioscience 2:21. https://doi.org/10.1186/s43170-021-00039-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6.	Khodadadi, F. et al. (2022): Characterizations of an emerging disease: Apple blotch caused by Diplocarpon coronariae (syn. Marssonina coronaria) in the Mid-Atlantic United States. Plant Disease 106(6): 1803–1817. https://doi.org/10.1094/PDIS-11-21-2557-RE&lt;/div&gt;</summary>
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